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Artikel aus der Wiener Zeitung vom 29. Januar 2005
| In
München, nicht weit vom mondänen Zentrum der Stadt entfernt, befindet
sich eine Vinothek mit überaus markanter Aufschrift. Als der gelernte
Koch Matthias Fischer vor neun Jahren den Entschluss fasste, seinen
angestammten Beruf an den Nagel zu hängen, um fortan als Betriebsinhaber
der Vinothek WWW.OESIWEIN.DE seine
Brötchen zu verdienen, hatte der österreichische Wein noch längst nicht
jene Reputation, die ihm heute zukommt.
Mit
Rebsäften aus der Alpenrepublik war Fischer erstmals in Berührung
gekommen, als er zunächst in einigen Münchner Gastronomiebetrieben mit
österreichischer Küche gearbeitet hatte. Eines davon war das gutbürgerliche
Restaurant Broeding mit einem für deutsche Verhältnisse beachtlichen
Sortiment an österreichischen Weinen. „Ich war erstaunt und hoch
beeindruckt von deren Qualität“, erinnert sich Fischer heute an diese
Zeit zurück. |
Über die Namensfindung für
seinen Betrieb weiß Fischer eine kleine Anekdote zu erzählen. Anfangs
hatte das Geschäft noch die unauffällige Bezeichnung „Weinladen“ geführt.
Gleich um’s Eck belieferte er ein Restaurant, wo er wegen seiner
Festlegung auf österreichische Weine scherzhaft als „ÖSI“ tituliert
wurde. Als es vor sechs Jahren darum ging, eine geeignete Web-Adresse zu
finden, hatte er sich schon derart daran gewöhnt, dass er die Bezeichnung
nicht nur für die Homepage verwendete, sondern gleich das ganze Geschäft
auf den Namen umstellte. Heute hat nicht nur der Verkauf in der Vinothek
seinen Stellenwert, sondern auch die Auslieferung im Großraum München
sowie der Versand in ganz Deutschland. Für Fahrten im Stadtbereich von München
legte sich Fischer ein italienisches Dreirad-Gefährt zu, das neben der
signifikanten Aufschrift auch mit den österreichischen Landesfarben
Rot-Weiß-Rot bemalt ist. Ein ähnliches Aussehen hat er seinem
Mercedes-Bus verpasst, der von österreichischen Winzern
„Patriotenbus“ genannt wird.
Obwohl die Qualität österreichischer Weine mittlerweile von internationalen Weinfachleuten als exzeptionell gepriesen wird, sei das Marketing in Deutschland nach wie vor nicht ganz einfach, sagt Fischer. Vor allem bei älteren Leuten sei der österreichische Weinskandal des Jahres 1985 noch fest in den Köpfen zementiert. „Schau her, der is ja pantscht“, bekommt er mitunter vor der Auslage seines Geschäfts zu hören. Er sei aber sehr um Aufklärung bemüht. Immer wieder veranstaltet Fischer gemeinsam mit renommierten Gastronomen Weinmenüs, wo sich österreichische Winzer auch persönlich präsentieren, was stets gut ankommt. Vor einem Jahr gründete er gemeinsam mit anderen deutschen Weinhändlern das „Weinforum Österreich“. Die achtköpfige Vereinigung präsentiert sich seither in regelmäßigen Abständen gemeinschaftlich bei Fachveranstaltungen und ist um das Image des österreichischen Weines sehr bemüht. Auch in ganz privater Hinsicht ist der vinophile Münchner inzwischen mit dem Herkunftsland seiner Weine eng verbandelt. Als er vor einem halben Jahr den Bund für’s Leben schloss, tat er dies im steirischen Schloss Kapfenstein, das sich im Besitz seines ersten Weinlieferanten, Georg Winkler-Hermaden, befindet.
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